Serie ge­dreht! EVL hat das Halb­fi­na­le auf dem Schlä­ger

6:3-Heim­sieg über die Saale Bulls Halle be­schert dem EV Lands­hut in der „Best of Five“-Serie zwei Matchpucks

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EIN SIEG FEHLT NOCH: Miloslav Horava bejubelt den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1. Foto: Chrisian Fölsner.

Das war eine klare Ansage! Der EV Landshut klopft unüberhörbar ans Tor zum Halbfinale in der Eishockey-Oberliga. Die Niederbayern haben ihre Viertelfinal-Serie gegen die Saale Bulls Halle gedreht. Durch einen hochverdienten 6:3-Heimerfolg vor 3342 Zuschauern führt der EVL in der „Best of Five“-Serie nun mit 2:1 und hat zwei Matchpucks. Spiel vier findet am Freitagabend um 20 Uhr (Sparkassen-Eisdom) wieder in Halle an der Saale statt.

Die Landshuter erwischten einen wahren Traumstart: Alexander Ehl schickt Luis Schinko auf die Reise, der bei einer Zwei gegen Eins-Situation die eigensinnige Variante wählte und im Nachschuss die Scheibe zur EVL-Führung in die Maschen stopfte (2.). Es war der Auftakt eines packenden Playoff-Spiel in dem Halle nach knapp fünf Minuten am Ausgleich schnupperte, doch die Scheibe verhungerte quasi auf der Landshuter Torlinie.

Der EVL war danach das deutlich druckvollere Team, betrieb konsequentes Forechecking, kombinierte geschickt nach vorne, machte jedoch im ersten Abschnitt zu wenig aus seiner Überlegenheit und ließ auch zwei Powerplaysituationen verstreichen.

Im zweiten Abschnitt kamen die Landshuter aber erneut wacher aus der Kabine – und nach 24 Sekunden durften die EVL-Fans auch schon wieder jubeln. Tomas Plihal bediente Marc Schmidpeter mit einem echten Sahnepass und der Angreifer ließ sich nicht zweimal bitten - 2:0 (21.). Landshut kontrollierte das Match zwar weiterhin, begnügten sich aber mit einem 2:0 nach 40 Minuten und wurden für ihre schwache Chancenverwertung bestraft. Zu Beginn des Schlussabschnitts setzten nämlich die Gäste ein Ausrufezeichen: Christopher Francis nutzte nur 15 Sekunden nach Wiederbeginn einen Fehler von Elia Ostwald zum Anschlusstreffer. Plötzlich war alles wieder offen.

Halle blieb auch danach am Drücker und so reagierte Axel Kammerer bereits nach gut vier Minuten im Schlussabschnitt und nahm eine Auszeit. Was auch immer Kammerer seinem Team dort ins Ohr flüsterte, es zeigte Wirkung! Marc Schmidpeter ließ einen echten Gewaltschuss ab und den Abpraller donnerte Miloslav Horava ins Tor! Ein Treffer, der den Nerven der EVL-Cracks und ihrer Fans sichtlich guttat. Nach dem wackligen Start ins letzte Drittel kontrollierten die Hausherren jetzt wieder die Begegnung und sorgten dann auch für die Vorentscheidung. „General“ Tomas Plihal setzte bei einem Konter seine ganze Routine ein und stellte auf 4:1 (51.). Und das war´s noch lange nicht! Nach einer genialen Abwehraktion leiteten die Landshuter den nächsten Konter ein und durften das 5:1 (54.) von Max Forster, der nur noch den Schläger hinzuhalten brauchte, feiern. Der zweite Treffer der Hallenser (58.) durch Tim May brachte den EVL nicht mehr aus dem Rhythmus, zumal Luis Schinko  (58.) im direkten Gegenzug den alten Abstand wieder herstellte und das halbe Dutzend vollmachte. In doppelter Überzahl setzte Halles Christopher Francis den Schlusspunkt zum 6:3 (60.).

„Im Playoff zählt nur das Ergebnis. Wir haben eine sehr gute Leistung geboten, nur die Chancenverwertung war in den ersten beiden Dritteln nicht gut genug. Nach dem Anschlusstreffer hat Halle gedrückt und deshalb musste ich auch die Auszeit nehmen. Danach ist das Spiel in unsere Bahn gelaufen. Jetzt ist wichtig, dass wir uns regenerieren und dann wollen wir in Halle gewinnen“, analysierte EVL-Cheftrainer Axel Kammerer.

„Wir haben heute nur 10 Minuten gutes Eishockey gespielt. Das ist sehr frustrierend. Ich hoffe jetzt auf eine große Reaktion der Spieler. Wir müssen bereit sein, 60 Minuten Playoff-Hockey zu spielen“, fasste Halles Coach Ryan Foster zusammen.

Unterdessen haben die Tilburg Trappers und der Herner EV als erste Mannschaften das Halbfinale erreicht. Die Holländer gewannen Spiel drei gegen die Selber Wölfe mit 6:3 und schafften den Sweep. Herne setzte sich in Peiting mit 6:4 durch und schickte den Hauptrunden-Meister der Oberliga Süd in die Sommerpause.

Die Übersicht über die Spielstände und Termine der übrigen Serien finden Sie hier.

EV Landshut: Berger; Zitterbart, Ostwald, Alt, Kronthaler, Ettwein, Nägele; Schmidpeter, Plihal, Horava, Ehl, Fischhaber, Baßler, P.Abstreiter, Forster, Schinko, Jirik, Trinkberger.

Tore: 1:0 (2.) Schinko (Ehl/Kronthaler), 2:0 (21.) Schmidpeter (Plihal/Zitterbart),2:1 (41.) Burns (Francis), 3:1 (46.) Horava (Schmidpeter/Plihal), 4:1 (51.) Plihal, 5:1 (54.) Forster (Fischhaber/P.Abstreiter), 5:2 (58.) May (Spöttel/Francis), 6:2 (58.) Schinko (Ehl/Baßler), 6:3 (60.) Francis (Pietsch/Mosienko).
Strafminuten: Landshut: 16, Halle: 16 + 10 Schrörs (unsportliches Verhalten),  
Schiedsrichter: Alexander Singer
Zuschauer: 3342