13.10.2026

Mehr als Eishockey: Wenn die ganze Region zusammensteht

„Pink in the Rink“ geht beim Freitags-Heimspiel gegen Ravensburg in die dritte Runde

In der vergangenen Saison trafen Trevor Gooch und der EVL im „Pink in the Rink“-Spiel auf die Eispiraten Crimmitschau.      (Foto: Christine Vincon)

Wenn am Freitag, 16. Oktober, um 19.30 Uhr der Puck zum DEL2-Heimspiel des EV Landshut gegen die Ravensburg Towerstars fällt, wird die VR-Bank Landshut Arena wieder pink. Zum dritten Mal laden der EVL und lebensmut Landshut e.V. gemeinsam zu „Pink in the Rink“ ein. An diesem Abend geht es um weit mehr als Eishockey.

Es geht um Menschen, die für andere da sind, die zuhören, begleiten, Mut machen. Oft im Hintergrund und ohne große Aufmerksamkeit. Rund 50 Ehrenamtliche engagieren sich mittlerweile für lebensmut Landshut e.V. und helfen dabei, Menschen mit Krebs und ihren Angehörigen ein Stück Normalität, Zuversicht und Lebensqualität zurückzugeben. Ihnen und ihrer Arbeit gehört an diesem Abend die Bühne.

Seit mehr als 20 Jahren begleitet lebensmut Landshut e.V. Menschen während und nach einer Krebserkrankung. Mit kostenfreien Beratungen, Gruppenangeboten, Kursen und psychoonkologischer Unterstützung. Hinter diesen Angeboten stehen Menschen, die Zeit investieren, Verantwortung übernehmen und dort helfen, wo eine medizinische Behandlung allein nicht ausreicht. „Wer mit einer Krebsdiagnose konfrontiert wird, braucht mehr als medizinische Versorgung. Es braucht Menschen, die zuhören, die Ängste ernst nehmen und die auch dann noch da sind, wenn der Alltag wieder beginnt. Genau das versuchen wir bei lebensmut jeden Tag zu leisten. Ohne unsere Ehrenamtlichen wäre vieles davon schlicht nicht möglich“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Christian Bogner, Vorsitzender von lebensmut Landshut e.V.

Für ihn ist „Pink in the Rink“ deshalb vor allem eine Gelegenheit, diese Arbeit sichtbar zu machen. Und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, die sich im Alltag vielleicht nie begegnen würden. „Dass uns der EV Landshut nun schon im dritten Jahr diese Plattform bietet, ist alles andere als selbstverständlich. Wir erreichen Menschen, die vielleicht noch nie von uns gehört haben. Manche werden selbst irgendwann Unterstützung brauchen, andere möchten sich engagieren. Beides ist für unsere Arbeit unglaublich wertvoll“, so Bogner.

Was vor drei Jahren als gemeinsame Idee begann, hat sich inzwischen zu einem festen Bestandteil im EVL-Kalender entwickelt. Für Max Brandl, Geschäftsführer Sport des EV Landshut, ist „Pink in the Rink“ von Anfang an auch eine persönliche Angelegenheit gewesen: „Wir reden im Sport viel über Teamgeist, Zusammenhalt und darüber, füreinander einzustehen. Bei lebensmut wird genau das jeden Tag gelebt. Da sind Menschen, die sich freiwillig Zeit nehmen, um anderen in einer wirklich schwierigen Lebensphase zu helfen. Ich finde, das verdient unseren Respekt. Und unsere Unterstützung.“ Brandl hat die Aktion seit ihrer ersten Ausgabe mitentwickelt und begleitet.

Besonders freut ihn, wie selbstverständlich sich Fans, Partner und Menschen aus der Region inzwischen einbringen. „Der EVL ist tief in Landshut verwurzelt. Wir haben eine große Bühne, eine starke Fangemeinschaft und die Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen. Warum sollten wir das nicht auch für diejenigen nutzen, die sonst eher im Hintergrund stehen? Für mich ist das der eigentliche Gedanke hinter Pink in the Rink.“

Wer am Freitag in die Arena kommt, kann nicht nur Eishockey erleben, sondern auch die Menschen kennenlernen, die lebensmut Landshut e.V. mit ihrer Arbeit prägen. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer werden vor Ort sein, von ihren Erfahrungen berichten und zeigen, wie vielfältig die Unterstützung für Betroffene und ihre Familien sein kann. Ein eigener Stand widmet sich der Aromapflege. Die Aromapflegerinnen erklären, wie ausgewählte Düfte begleitend eingesetzt werden können, etwa um das Wohlbefinden bei Übelkeit, Unruhe oder Anspannung zu fördern.

Eine Premiere gibt es ebenfalls: Erstmals zeigt lebensmut Landshut e.V. Werke aus seiner Kunsttherapie – Arbeiten, die während der kreativen Auseinandersetzung mit einer Krebserkrankung entstanden sind. Sie geben einen persönlichen Einblick in eine Form der Begleitung, bei der es nicht immer die richtigen Worte braucht, um etwas auszudrücken. An weiteren Ständen können Besucher mit den Engagierten ins Gespräch kommen, mehr über die Angebote erfahren und sich informieren, wie sie selbst aktiv werden können.

Pink steht traditionell für den Kampf gegen Brustkrebs. Der EVL und lebensmut Landshut e.V. haben sich jedoch bewusst dafür entschieden, den Gedanken weiterzufassen. „Pink in the Rink“ richtet sich an alle Menschen, die von einer Krebserkrankung betroffen sind. Und an ihre Familien, Freunde und Angehörigen, die diesen Weg mitgehen. Natürlich können die Besucher auch in diesem Jahr die Arbeit von lebensmut Landshut e.V. finanziell unterstützen. U.a. werden Autogrammkarten und Merchandising- Artikel des EVL gegen Spenden ausgegeben. Im vergangenen Jahr kamen auf diese Weise und durch weitere Aktionen rund 5.500 Euro zusammen. Sämtliche Spenden des Abends gehen auch 2026 direkt an lebensmut Landshut e.V.

Doch mindestens genauso wichtig ist den Organisatoren, dass die Menschen hinter dem Verein Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren. Vielleicht entscheidet sich der eine oder andere Besucher sogar, künftig selbst mitzuhelfen. Am Ende braucht es für gelebten Zusammenhalt nicht immer eine große Geste. Manchmal reicht jemand, der sich Zeit nimmt. Mehr über die Arbeit und die Möglichkeiten, sich bei lebensmut Landshut e.V. zu engagieren, unter www.lebensmut-landshut.de.