25.02.2026

Volles Haus und guter Austausch beim Fanabend

300 EVL-Anhänger kamen zur Diskussion über aktuelle Themen

Chefcoach Uwe Krupp nahm in einer leidenschaftlichen Rede ausführlich Stellung zur sportlichen Situation.

Volles Haus beim Fanabend: Es dürften gut 300 EVL-Anhänger gewesen sein, die am Dienstagabend zu Ruff ́s Burger in die Altstadt strömten, wo Verantwortliche, Trainer und Spieler vor dem Hintergrund der aktuell unbefriedigenden sportlichen Situation Rede und Antwort standen. Sie taten dies zweieinhalb Stunden lang und beantworteten eine Vielzahl von Fragen zu sehr unterschiedlichen Themen, die den Fans unter den Nägeln brennen.

Es war ein engagierter, kritischer, teils temperamentvoller Austausch, der im großen Zusammenhang vor allem eines zeigte: Nach wie vor – und vielleicht mehr denn je – liegt der EV Landshut extrem vielen Menschen enorm am Herzen. Darin liegt für den Eislaufverein eine Menge Verantwortung, aber auch eine große Chance; beiden Aspekten wollen die Protagonisten – das war die wichtige übergeordnete Botschaft – in Zukunft besser gerecht werden, indem sie die Kommunikation und Interaktion mit den Anhängern ausbauen.

Erst einmal ging ́s am Fanabend um die sportliche Lage und das Abrutschen auf Tabellenplatz 9 in der DEL2. Diesbezüglich wandte sich Uwe Krupp mit einer offenen, leidenschaftlichen Rede an das Publikum. Er könne die Reaktionen der Fans absolut nachvollziehen, sagte der Chefcoach. Und bekannte: Auch er sei „massiv enttäuscht“; mehr noch: Jeder im Trainerstab und jeder einzelne Spieler „kämpft jeden Tag mit dieser beschissenen Enttäuschung“ – zugleich arbeiteten alle hart dafür, aus dieser Situation wieder herauszukommen. „Haben wir das Potenzial, das zu drehen? Zu 100 Prozent ja!“, betonte Krupp. Die jetzige Situation sei auch eine „unglaubliche Chance, denn viele haben uns nicht mehr auf dem Schirm. Aber wir sind eine gefährliche Mannschaft!“

Ähnlich äußerte sich Max Brandl. Er glaube „zu 100 Prozent“ ans Team und wolle „die Saison nicht nach dem 48. Spieltag abschreiben“, betonte der Sportliche Leiter. Zu Fragen nach den Ursachen für den „Knick“ nach dem starken Saisonstart sagten Krupp und Brandl übereinstimmend, es gebe nicht den einen Grund, sondern ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren. Kapitän Andreas Schwarz wies energisch darauf hin, dass man der Mannschaft nicht Kampf und Willen absprechen könne. David Elsner antwortete auf eine konkret an ihn gestellte Frage, es gebe „keinen Bruch“ im Team. Der Stürmer gab sich kämpferisch: „Wir trainieren hart, geben unser Bestes, kämpfen jetzt um das Pre-Playoff-Heimrecht, dann um den Einzug ins Viertelfinale. Und wenn wir dann gegen Krefeld oder Kassel auf dem Eis stehen, schauen wir, was passiert!“

Geschäftsführer Ralf Hantschke und Vereinspräsident Alexander Steiger oblag es, wichtige Einordnungen jenseits der Eisfläche vorzunehmen. Beide betonten, dass sich bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren beim EVL viel getan habe. Gleichwohl, so Hantschke, liege man mit dem Budget derzeit im Mittelfeld der Liga und müsse mit den sportlichen Erwartungen realistisch bleiben. Auch Steiger blickte auf das große Ganze, als er den gemeinsamen Spirit am Gutenbergweg beschwor: „Am Ende geht ́s um den EVL und darum, dass alle für das Gleiche kämpfen. Wir alle sind der Verein.“

Dass Verantwortliche und Anhänger näher zusammenrücken, ist ein greifbares Ergebnis des Fanabends, der künftig regelmäßig einmal im Vierteljahr stattfinden soll. Zudem will man diverse konkrete Anliegen, die im Laufe der Veranstaltung angesprochen wurden, zeitnah in kleinerer Runde voranbringen. „Das war insgesamt ein guter Austausch“, bilanzierte Ralf Hantschke, „wir werden viel mitnehmen und wollen Dinge besser machen.“

Wie sehr und mit welcher Unbedingtheit die Anhänger „ihren“ EVL lieben, wurden gegen Ende des Fanabends in mehreren Beiträgen eindrucksvoll deutlich. Auch wenn in den vorangegangenen zweieinhalb Stunden die Wellen punktuell ziemlich hochgeschwappt waren – die letzten Beiträge waren rundum versöhnlich. Man wolle, sagte ein Fan, auf der Zielgeraden „aus einer wahnsinnig anstrengenden Saison das Beste rausholen“, man wünsche sich Wertschätzung und stehe weiterhin eng zusammen: „Wir brennen für den EVL, wir lieben ihn!“